Samstag, 11. Februar 2012

Ubbo Mozer – Ausgräber an der Elisabethkirche

Grabungsmannschaft Elisabethkirche 1970/71 Ubbo Mozer Bildmitte mit Hut und Pfeife (Bild: LfDHM)

Ubbo Mozer (1935-2001) leitete die erste große Ausgrabungskampagne im Umfeld der Elisabethkirche in Marburg 1970/71. Er studierte an der Phillips-Universität zu Marburg Germanistik und Geschichte und machte in den 60er Jahren vor allem auf dem Christenberg (bei Münchhausen/Hessen) erste Erfahrungen auf archäologischen Ausgrabungen. In den folgenden Jahrzehnten leitete er -überwiegend auf freiberuflicher Basis- zahlreiche archäologische Grabungen, hervorzuheben sind hierbei die Projekte Burg Rodenberg bei Rotenburg an der Fulda, Burg Wartenberg bei Angersbach und vor allem die Grabungen im Stiftbezirk seiner Heimatstadt Bad Hersfeld.
Seine ausführliche Grabungsdokumentation zeichnet sich durch eine außerordentlich gute Befundbeobachtung, exakte Einmessung und eine weitgehend befundorientierte Fundbergung aus. Seine Grabungstechnik war auf dem damals höchsten Niveau und entspricht auf analoger Ebene weitgehend heute üblichen Standards.
Ubbo Mozer war zudem politisch aktiv und lange Jahre Stadtverordneter der Stadt Marburg. Dabei war er wesentlich an der Verwirklichung der Städtepartnerschaft Marburg-Eisenach beteiligt, der einzigen deutsch-deutschen Städtepartnerschaft vor 1989. Die Grabungen an der Elisabethkirche konnte er selbst nicht mehr auswerten und publizieren. Er starb 2001 in Marburg.
Mehr zur Grabung 1970/71 im nächsten Post.

Literatur:  Kurzbiografie Ubbo Mozer in:
R. Atzbach, Marburgs heiligster Ort. Ausgrabungen 1970/71 am Standort der Hospitalgründung der heiligen Elisabeth, Marburger Stadtschr. Gesch. u. Kultur 88 (Marburg 2007) S. 8-15 (Das Büchlein ist ihm auch gewidmet)

Der letzte Vorbericht zur Grabung Elisabethkirche:  
U. Mozer, Zur Geschichte des Platzes nördlich der Elisabethkirche in Marburg an der Lahn. Eine Übersicht über die historische Nutzung unter Berücksichtigung einer künftigen Neugestaltung. Mitteilungen der Chattisch-Pannonischen Gesellschaft 2, 2000, 2-11

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