Sonntag, 18. März 2012

Kommentar zur Studie über Wissenschaftskommunikation

In diesem Blogbeitrag wird eine Studie der Uni Gießen zur digitalen Wissenschaftskommunikation in Deutschland zusammenfasst. Digitale Wissenschaftskommunikation : Formate und ihre Nutzung“  kann hier heruntergeladen werden.
Ich finde diese Studie sehr spannend, weil sie meine eigenen noch sehr wenigen Erfahrungen wiederspiegeln.
„E-Mail hat sich als Kommunikationsmedium Nummer eins in den Wissenschaften durchgesetzt und hat das Telefon deutlich überflügelt. Das ergab sich quasi nebenbei aus den Antworten zu einer allgemeinen Frage zu genutzten Kommunikationsmedien.“

Im Zuge meiner Arbeit an der Dissertation habe ich mit älteren Kollegen zeitweise einen sehr regen Mailwechsel geführt, den ich als sehr befruchtend empfunden habe. Im Gegensatz zu einem Telefongespräch ist es schriftlich viel besser möglich, Zitate anzugeben, Quellen einfach kurz per „drag and drop“ einzufügen und Anhänge von eigenen noch unpublizierten Texten  oder Digitalisaten, Fotos, Plänen etc. mitzusenden. Es kommt viel weniger zu Mißverständnissen und eine Debatte unter Kollegen kann sehr viel konkreter und wissenschaftlicher geführt werden, als es am Telefon möglich wäre. Solche Gespräche setzen ein Vertrauensverhältnis voraus und diese Diskussionen sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

„Die Nutzung wissenschaftlicher Blogs ist praktisch zu vernachlässigen. Nur 8% der WissenschaftlerInnen unserer Stichprobe nutzen Blogs in irgendeiner Form in ihrer wissenschaftlichen Arbeit.“

In einem Blog würde niemand das besprechen, was er im persönlichen Mailverkehr diskutieren würde, klar. Es ist ein anderes Medium und nicht vergleichbar. Das Internet ist kein Medium, sondern der Begriff Internet  vereinigt mehrere digitale Medien, die alle über mobile und stationäre Rechner, mit und ohne Telefonfunktion, abrufbar sind. Nicht neu, aber wahr.

In der Studie wird auch angesprochen, dass Bloggen sehr zeitaufwendig ist. Zudem haben viele etablierte Blogs eine sehr hohe Postingrate.  Das setzt Maßstäbe und es setzt andere Blogger unter Druck. Es ist für viele Wissenschaftler schlichtweg nicht zu stemmen, alle zwei Wochen einen neuen inhaltsschweren Beitrag zu schreiben, zumal wenn diejenigen auch noch Familie haben.

Zudem ist noch nicht klar, ob sich eine bestimmte Blogform durchsetzen wird. Werden die Blogs der Zukunft ausschließlich populäre Onlinemagazine sein oder wird es eine Wiederauferstehung des Miszellenwesens geben?
Die Möglichkeiten dieses jungen Mediums Blog sind noch nicht ausgelotet und keiner weiß wohin die Reise geht.  Auch wenn es bereits eine ganze Menge von gedruckter und digitaler Literatur dazu gibt, die endgültige Definition des Wissenschaftblog ist noch nicht geschrieben.

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